Rosmarin trocknen im Dörrautomat – so geht’s
Rosmarinus officinalis ist ein immergrüner Halbstrauch. Bekannt ist er hierzulande vor allem wegen seiner schmackhaften Aromen zum Würzen von mediterranen Gerichten und Kräutermischungen. Er harmoniert besonders gut zu Grillfleisch, aber auch Geflügel, Fisch, Kartoffeln und Zucchinigerichten verleiht das Gewürzkraut ein ganz besonderes Aroma. Getrockneter Rosmarin wird nicht nur zur Gewinnung von ätherischem Öl verwendet. In der Heilkunde verwendet man getrockneten Rosmarin zur innerlichen Anwendung als Tee gegen Gallen- und Blasenbeschwerden.
Getrockneten Rosmarin als Tee verwenden
Rosmarintee gilt z.B. als appetitanregend und soll gegen Blähungen und Magenkrämpfe helfen. Getrockneter Rosmarin kann auch dem warmen Badewasser zugegeben werden. Dann regt er die Durchblutung an und soll gegen Rheuma und Migräne helfen. Die äußerliche Anwendung als Bademittel oder Aufguss fördert auch den Heilungsprozess von schlecht heilenden Wunden. Aber bitte nicht mit entzündeten Wunden anwenden! Getrockneter Rosmarin ist nach dem Trocknen lange haltbar und kann in der Küche, als Tee oder zur äußerlichen Anwendung als Badezusatz oder Aufguss eingesetzt werden.
Verwendungsmöglichkeit im Garten
Auch in der Pflanzenwelt kann getrockneter Rosmarin eingesetzt werden. Im Garten freuen sich befallene Pflanzen über einen kalten Rosmarinaufguss, denn er vertreibt Pilzerkrankungen und beugt Schadpilzbefall vor. Ein Dörrautomat bietet die schnellste und leichteste Möglichkeit, das frische Heilkraut zu trocknen.
Rosmarin trocknen – Vorbereitung
Viele möglichst vorgetrocknete Rosmarinzweige, die du am besten früh morgens geerntet hast. Dann ist der Anteil an ätherischem Öl in dem immergrünen Strauch am höchsten. Das Kraut sollte nach der Ernte nicht gewaschen werden. Achte beim Ernten darauf, ausschließlich gesunde Zweige zu schneiden. Verwende ein scharfes Messer zum Abschneiden um den Strauch nicht zu verletzen.
Schritt für Schritt Anleitung:
Du brauchst: | Trockene Rosmarin-Zweige |
Dörrzeit: | 2-3 Stunden |
Dörrtemperatur: | 35 Grad Celsius |
Schritt 1: Die trockenen Rosmarinzweige in möglichst kleinen Abständen nebeneinander auf die Einlagen im Dörrautomat legen. Ein Übereinanderliegen der Rosmarinzweige solltest du unbedingt vermeiden, da die Zweige sonst unterschiedlich durchtrocknen.
Schritt 2: Niedrige Temperaturen sind ideal, um den Rosmarin schonend zu trocknen. Das langsame Trocknen bei Temperaturen um 35 bis 40 Grad Celsius erhält den Großteil des wertvollen ätherischen Öls. Dieser wird benötigt, um dem getrockneten Rosmarin später durch Wasser die herrlichen Aromen zu entlocken. Schalte den Dörrautomat ein und stelle die Temperatur auf 35 Grad Celsius ein.
Schritt 3: Nach ca. 90 Minuten solltest du das Ergebnis kontrollieren. Die Rosmarinzweige sind, wenn sie fertig durchgetrocknet sind, nicht mehr biegsam. Sie brechen beim ersten Biegeversuch ab. Sollte der Rosmarin nach der ersten Probe noch nicht so weit sein, lasse ihn für weitere 30 Minuten im Dörrautomat und kontrolliere den Trocknungsprozess dann noch einmal. Je nach Stärke der Rosmarinzweige ist eine Trocknungszeit von bis zu 2 ½ Stunden möglich.
Schritt 4: Die fertig getrockneten Rosmarinzweige aus dem Dörrautomat nehmen und gut abkühlen lassen. Erst wenn sie vollständig erkaltet sind, kannst du sie in kleine Gefäße aufteilen. Die Gefäße müssen gut schließen, da sonst die Aromen verloren gehen. Ganz wichtig ist auch, dass kein Sonnenlicht durch das Gefäß an das Rosmarin gelangen kann. Sonnenlicht zerstört ebenfalls die wertvollen Zellen mit dem ätherischen Öl. Du kannst zur leichteren Aufbewahrung auch nur die Blätter vorsichtig abzupfen. In ihnen sitzen die Zellen mit den ätherischen Ölen. Die Zweige kannst du anschließend entsorgen.
Getrockneten Rosmarin richtig aufbewahren
Zur Verwendung jeweils nur so viel getrockneten Rosmarin entnehmen, wie du brauchst. Einige Anwendungen setzen das Zerkleinern der Zweige voraus. Erst kurz vor der Verwendung sollten der getrocknete Rosmarin zerkleinert werden. Das kannst du entweder mit der Handfläche machen, in dem du die Zweige zwischen den Händen hin und her reibst. Oder du nimmst ein scharfes Messer dafür. Jedoch solltest du die getrockneten Rosmarinzweige auf keinen Fall quetschen. Das würde nur den Verlust des Aromas nach sich führen. Getrockneter Rosmarin ist bei idealen Lagerbedingungen überaus lange haltbar.
Rosmarin trocknen – Alternative Methoden
Das Gewürze- und Heilkraut lässt sich nicht nur im Dörrautomat trocknen. Nach der Ernte kannst du die Rosmarinzweige auch kopfüber an einen trocknen und warmen Ort aufhängen. Das Trocknen an der Luft von Kräutern geht am besten mit einem Garn oder Gummiband und wenn du die Zweige in kleine Bündel bindest. Optimal sind Raumtemperaturen von ca. 21 Grad Celsius oder leicht darüber. Aber direkte Sonneneinstrahlung solltest du vermeiden. Trocken und luftig zum Beispiel in einem Heizungsraum oder im Wintergarten ist der ideale Platz. Es darf auf keinen Fall zu feucht sein, auch hohe Luftfeuchtigkeit schadet dem Rosmarin und lässt ihn unter Umständen faulen.
Auch im Ofen kannst du Rosmarin trocknen. Verteile die vorgetrockneten Rosmarinzweige auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech und stellen den Ofen auf max. 50 Grad Celsius ein. Lasse die Backofentür aber einen Spalt weit auf, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Nach ca. 3-4 Stunden ist der Rosmarin getrocknet. Zupfe die Blätter ab und lagere Sie in einem luftdichten und lichtundurchlässigen Schraubglas.
Unser Rosmarin Tipp:
Probier doch mal was neues aus! Rosmarin macht sich wirklich super in süßen Speisen und harmoniert z.B. mit roten Früchten wie Erdbeeren.
Wenn es im Sommer ein frisches Getränk sein soll probier doch mal eine Mischung aus frischen Erdbeeren und Romsmarin. Um ihn zu süßen kannst du noch ein bisschen Honig oder Agavendicksaft nehmen – ein Eistee der besonderen Art
Viel Spaß mit dem aromatischen Rosmarin.