Glossar · Produkte
Was ist Trockenobst (Dörrobst)?
Definition: Trockenobst ist Obst, dem ein Großteil des Wassers entzogen wurde, meist bis auf eine Restfeuchte von etwa 15 bis 25 Prozent. Durch den Wasserentzug ist es lange haltbar, deutlich leichter und im Geschmack konzentrierter als frische Früchte.
Trockenobst Bedeutung: was hinter dem Wort steckt
Der Begriff beschreibt schlicht getrocknetes Obst. „Dörrobst“ ist das ältere deutsche Wort dafür und meint dasselbe, abgeleitet vom Dörren, also dem schonenden Trocknen mit warmer Luft.
Entscheidend ist nicht die Form, sondern der Wasserentzug. Weil Mikroorganismen Wasser brauchen, werden Früchte durch das Trocknen haltbar, ohne dass du sie einkochen oder einfrieren musst.
Wie weit getrocknet wird, beschreibt die Restfeuchte. Weiche Softaprikosen enthalten mehr Wasser als harte Apfelringe, beide gelten aber als Trockenobst.
Trockenobst Arten im Überblick
Selbst gedörrt: Obst aus dem Dörrautomaten, Backofen oder von der Lufttrocknung. Ohne Zusätze, dafür oft dunkler, weil die Früchte an der Luft nachbräunen.
Geschwefelt: Hier werden die Früchte vor dem Trocknen mit Schwefeldioxid behandelt. Das hält Aprikosen orange und Apfelringe hell. Solche Ware muss als Sulfit gekennzeichnet sein und ist für Menschen mit Sulfit-Empfindlichkeit ungeeignet.
Kandiert: Zum Beispiel Ananasringe, Mango oder Cranberrys. Beim Kandieren werden die Früchte vor oder nach dem Trocknen mit Zuckersirup behandelt. Geschmacklich süßer, aber kein reines Trockenobst mehr.
Gefriergetrocknet: Bei der Gefriertrocknung gefriert das Wasser und geht direkt in Dampf über. Das Ergebnis ist knusprig, sehr leicht und extrem trocken, lässt sich zu Hause aber kaum herstellen.
Wie Trockenobst hergestellt wird
Im Haushalt entsteht Trockenobst meist im Dörrautomaten bei etwa 40 bis 70 °C, je nach Frucht. Die Früchte werden gewaschen, entkernt, in gleichmäßige Scheiben geschnitten und in einer Lage ausgelegt.
Welche Temperatur und Dauer zu Apfel, Birne, Pflaume oder Beeren passt, steht ausführlich in meiner Anleitung zum Obst dörren. Dort findest du auch Hinweise zum Vorbehandeln mit Zitronensaft oder Ascorbinsäure.
Lagerung: warum Trockenobst trotzdem verderben kann
Trocken heißt nicht automatisch keimfrei. Ist noch zu viel Restfeuchte im Inneren, kann sich Schimmel bilden, und befallene Ware gehört in den Müll.
Vor dem Abfüllen hilft das Konditionieren: Du lagerst die Stücke einige Tage locker im Glas und schüttelst täglich, damit sich die Feuchtigkeit ausgleicht. Mehr dazu im Ratgeber Getrocknetes richtig lagern.
Trockenobst in der Ernährung
Durch den Wasserverlust konzentrieren sich Zucker, Ballaststoffe und Mineralstoffe. Deshalb enthält eine Handvoll Trockenobst deutlich mehr Energie als die gleiche Menge frischer Früchte.
Was das für Blutzucker, Portionsgrößen und Zahngesundheit bedeutet, ordne ich im Beitrag Ist Trockenobst gesund? ein. Als Glossareintrag bleibt hier nur die Einordnung des Begriffs.
Häufige Fragen
Ist Dörrobst dasselbe wie Trockenobst?
Ja, beide Wörter meinen getrocknetes Obst. „Dörrobst“ ist der ältere deutsche Ausdruck, „Trockenobst“ die heute gebräuchlichere Bezeichnung im Handel.
Woran erkenne ich geschwefeltes Trockenobst?
An der Zutatenliste: Schwefeldioxid oder Sulfite tragen die E-Nummern E220 bis E228 und müssen gekennzeichnet werden. Optisch fällt geschwefelte Ware durch sehr helle, kräftige Farben auf.
Zählen kandierte Früchte noch als Trockenobst?
Nur eingeschränkt. Kandierte Früchte wurden zusätzlich mit Zuckersirup behandelt und enthalten dadurch deutlich mehr Zucker als ungesüßtes Dörrobst.